Blutdruckmessung per Fingerdruck auf Smartphone

Per Smartphone-App soll sich der Blutdruck in Zukunft ganz einfach an der Fingerkuppe messen lassen

Wissenschaftler haben ein kleines Gerät entwickelt, das an das Smartphone gesteckt werden kann und über eine dazugehörige App den Blutdruck des Handynutzers misst. In ersten Versuchen hat es sich bereits als recht zuverlässig bewährt, wenn die Anwender zuvor genau instruiert wurden.

Bislang wird der Blutdruck konventionell über eine Manschette am Oberarm oder am Handgelenk gemessen. Sie pumpt sich auf und komprimiert damit die örtlichen Blutgefäße. Schrittweise wird dann der Druck gesenkt, um die Schwingungen im Blutfluss über einen Sensor zu erfassen. Daraus lassen sich der Blutdruck beim Ausstoßen des Blutes (systolischer Druck), der Blutdruck beim Zusammenziehen des Herzens (diastolischer Druck) sowie der Puls messen.

Fingerdruck statt Pumpmanschette

Das neue Gerät fürs Smartphone kann ebenfalls diese drei Werte ermitteln. Dafür muss der Nutzer seine Fingerkuppe auf ein Sensorfeld legen und nach Anweisung auf dem Display den Druck erhöhen. Der Sensor kann dadurch beide Blutdruckwerte und den Puls über die Arterien seitlich im Finger messen. Um zuverlässige Werte zu erhalten, muss allerdings das Gerät genau auf Herzhöhe gehalten werden und der Finger punktgenau auf dem Sensor platziert sein. Bei den bislang handelsüblichen Blutdruckmessgeräten gehört allerdings ebenfalls eine Anwendung in Herzhöhe und das exakte Ausrichten der Manschette zu den Bedingungen für aussagekräftige Werte. Etwas schwieriger bei der Smartphone-Anwendung: Der Druck auf den Sensor muss gleichmäßig entsprechend der Anzeige erhöht werden. Das erfordert Körpergefühl und etwas Übung.

In einem Versuch mit 30 Freiwilligen konnten Blutdruck und Puls recht zuverlässig ermittelt werden, nachdem die Teilnehmer einige Übungszeit unter Anleitung verbrachten. Die Messwerte wischen im Vergleich zur klassischen Messung im Durchschnitt um 8,8 mmHg beim systolischen und um 7,7 mmHg beim diastolischen Blutdruck ab. Aus medizinischer Sicht ist das noch etwas zu viel, doch es zeigt bereits einen guten Weg.