Das ist der neue Lifestyle-Store in Dortmund

Dustmann – der neue Dortmunder „Lifestyle Store“ erweitert seit Samstag (13. Oktober) die Dortmunder Mode-Landschaft. Für wen lohnt sich die Fahrt an die Harkortstraße nach Hombruch? Dortmund24 hat den Check gemacht – und ist hin und her gerissen.

Die Harkortstraße liegt in Dortmund-Hombruch und nicht im Herzen von Düsseldorf. Wer den neuen und selbst ernannten „Lifestyle Store“ Dustmann betritt, wähnt sich aber eher an der Königsallee, als in der Mallocher-Stadt Dortmund – was nicht unbedingt schlecht sein muss. Aber es ist ungewohnt.

Ein sonniger Montag in den Mittagsstunden. Der Umbau des traditionsreichen Kaufhauses ist geglückt. Zur Eröffnung am Samstag kamen illustre Gäste wie Boris Beckers Tochter Anna Ermakova oder RTL-Moderatorin Frauke Ludowig.

Dustmann mit einem Store in Dortmund-Hombruch

Vorbei am Security-Mitarbeiter schlendern ein paar Rentner hinein in den Store, der in Hombruchs Fußgängerzone wirkt, wie ein gerade gelandetes Ufo. Mit auf dem Rücken verschränkten Armen und weit ausgestrecktem Hals begutachten die Besucher den „neuen“ Dustmann.

Und der kann sich durchaus sehen lassen. Fesche Möbel aus dem Hause Dustmann präsentieren Mode von Blauer, Barbour oder Belstaff. Die Preise sind für die aufgefahrenen Marken erwartbar. Über 1000 Euro kostet der Winter-Parka von Herno zum Beispiel. Die quietschgelbe Blauer-Daunenjacke gibt es für um die 350 Euro.

Es ist kein Zufall, dass dieses Geschäft nicht in der Nordstadt, sondern im reichen Dortmunder Süden seine Ware verkauft.

Auf großen Videowänden sehen die Besucher Laufsteg-Szenen, auf den drei Etagen selbst wird die Ware recht aufgeräumt präsentiert. Wenige Bügel, wenig Ware, viel Luft zum Schlendern. Zwischen den Textilien findet man wie zufällig liegen gelassen Bücher über Design und Mode.

Ja, es gibt auch die Marken, die sich auch Ottonormalverbraucher leisten können. Adidas, G-Star, Levi’s oder Marc O’Polo – wobei auch diese Modehäuser nicht gerade für niedrige Preise bekannt sind.

Es gibt Mode mit Labelprints bei Dustmann

Aber das meiste Angebotene bewegt sich schon in der Kategorie Calvin Klein, Moschino, Colmar und Co. Wer auf Marken steht – und großen Labelprints nicht abgeneigt ist – wird bei Dustmann glücklich werden. Erweitert wird das Sortiment durch Handtaschen und diversen Pflegeprodukten.

Für den schnellen Fitsch zwischendurch sollte man das Kaufhaus aber lieber nicht aufsuchen. Aber den Anspruch – so der Eindruck – hat Dustmann auch nicht.

Auf eines legt man im Hause Dustmann aber Wert: die Wörter „Premium“ und „Luxus“ nicht durcheinander zu werfen. „ ‚Premium‘ umschreibt hochwertige Mode, die trend- und designbewusst ist. ‚Luxuriös‘ bedeutet für Dustmann nicht zwangsläufig nur hochpreisig, sondern vor allem hochwertig, besonders und einzigartig“, sagte Geschäftsleiter Savas Ragop schon vor einem Jahr gegenüber Dortmund24.

Dustmann mit Stilgefühl

Und auch vor dem Vorwurf, nur Edel-Kunden in Dortmund bedienen zu wollen, distanziert sich das Kaufhaus sowieso. Man denke bei den Kunden nicht in Kategorien. Einkommen, Wohnort, Geschlecht oder Alter seien nicht entscheidend – eher das „Stilgefühl“. Und darüber lässt sich sicherlich diskutieren.

Zum Hintergrund: Heinz-Herbert Dustmann ist nicht nur Inhaber des gleichnamigen Kaufhauses, sondern auch Geschäftsführer der Dula-Werke. Die Firma plant und designt Ausstattung und Einrichtung von Geschäften. Fotospezialist „Leica“ ist ein Kunde von Dula, genauso wie S. Oliver und Tom Tailor. Aber vor allem ist Dula für den Bau der Möbel in Apple-Stores bekannt. Das Können im Möbelbau – das gibt Heinz-Herbert Dustmann unumwunden zu – wolle man im Store in Hombruch zur Schau stellen – und Werbung in eigener Sache machen.