Medizin: Neue Möglichkeit zum Schutz vor Herztod

Plötzlicher-Herztod

 
 
 

Cloppenburg. Im Herzkatheterlabor der Kardiologischen Abteilung des St.-Josefs-Hospitals Cloppenburg wurde kürzlich erstmals ein Patient mit einem sogenannten „S-ICD“ versorgt. „S-ICD steht für Subkutaner Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator, welcher zum Schutz vor dem plötzlichen Herztod durch bedrohliche Kammerrhythmusstörungen eingesetzt wird“, erklärt Dr. Dr. Sven Meyer, der seit dem 1. März 2020 neuer Chefarzt der Kardiologischen Abteilung ist.

Wie funktioniert das System S-ICD?

Der S-ICD überwacht den Herzrhythmus 24 Stunden am Tag. Tritt eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung auf, erfolgt eine lebensrettende Schockabgabe. „Der Vorteil dieses neuen S-ICD-Systems liegt darin, dass es einfach unter der Haut an der seitlichen Brustwand implantiert wird, das Herz wird nicht von Elektroden berührt, und diese liegen auch nicht in der Blutbahn“, erläutert Meyer.

Was kann der S-ICD besser als bisherige Systeme?

Der S-ICD ist eine Weiterentwicklung des ICD, der seit Jahrzehnten standardmäßig eingepflanzt wird. Bei dem ICD werden die Elektroden über die Blutbahn zum Herzen vorgeschoben und verankert, das ICD-Aggregat selbst wird im Schulterbereich implantiert. Dies ist auch heute noch die meistverwendete Technik. Durch das neue S-ICD-System kann jedoch das Risiko schwerwiegender Komplikationen in Zusammenhang mit Elektroden minimiert werden.

Wie lange dauern Eingriff und Aufenthalt?

„Der operative Eingriff dauert üblicherweise weniger als eine Stunde“, erläutert Meyer. Im Normalfall kann der Patient die Klinik bereits einen Tag nach der Operation wieder verlassen und ist dann dauerhaft vor einem plötzlichen Herztod geschützt.

Für wen ist der S-ICD besonders geeignet?

„Ich sehe in der Möglichkeit zur Verwendung von S-ICDs in Cloppenburg eine sinnvolle Erweiterung des Behandlungsangebots“, erklärt Chefarzt Meyer. „S-ICDs sind insbesondere für Patienten geeignet, die unter erblichen lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen leiden, Infektionen oder Komplikationen der Elektroden eines herkömmlichen ICDs erlitten haben, anatomische Besonderheiten oder schwierige Venenverhältnisse aufweisen“, ergänzt er.

„Wir freuen uns, dass wir geeigneten Patienten im St. Josefs-Hospital in Cloppenburg nun diese sinnvolle Therapiealternative vor Ort anbieten können“, betont Klinik-Geschäftsführer Andreas Krone.